Viskositätsvergleich

0W-20 vs. 5W-30: Was ist der Unterschied?

0W-20 und 5W-30 unterscheiden sich sowohl beim Kaltverhalten als auch bei der Viskositätsklasse im warmen Motor. Welches Öl „besser“ ist, lässt sich trotzdem nicht allgemein beantworten: Richtig ist die Kombination aus Viskosität und Herstellerfreigabe, die dein Motor verlangt.

Lesezeit ca. 6 Minuten · Aktualisiert September 2026
Kurzantwort

0W-20 fließt bei sehr niedrigen Temperaturen leichter und gehört bei Betriebstemperatur zur dünneren SAE-20-Klasse. 5W-30 gehört kalt zur 5W- und warm zur SAE-30-Klasse. Die Öle sind nicht automatisch gegeneinander austauschbar. Verwende nur eine Kombination, die für den konkreten Motor freigegeben ist.

0W-20 und 5W-30 im direkten Vergleich

Merkmal0W-205W-30
Winterklasse0W5W
Klasse bei BetriebstemperaturSAE 20SAE 30
Typischer FokusSehr niedrige Reibung, moderne auf dünnere Öle ausgelegte MotorenBreit eingesetzte Klasse in vielen Benzin- und Dieselmotoren
Austauschbar?Nur wenn Herstellerfreigabe und Motorvorgabe die jeweilige Alternative zulassen.

Was bedeuten 0W und 5W?

Die Zahl vor dem W beschreibt die Winterklasse nach SAE J300. Eine niedrigere Zahl steht für Anforderungen an das Fließ- und Startverhalten bei tieferen Temperaturen. Das bedeutet nicht, dass 0W-20 pauschal „hochwertiger“ ist. Ein Motor muss konstruktiv und über seine Freigaben für die jeweilige Viskosität vorgesehen sein.

Die zweite Zahl beschreibt den Viskositätsbereich bei hoher Temperatur. Ein SAE-30-Öl ist dort viskoser als ein SAE-20-Öl. Diese Unterschiede beeinflussen unter anderem Reibung, Pumpverluste und Schmierfilm – und werden bei der Motorkonstruktion berücksichtigt.

Warum setzen moderne Motoren oft auf 0W-20?

Einige moderne Motoren werden auf besonders niedrigviskose Öle ausgelegt, um Reibungsverluste zu reduzieren und Effizienzanforderungen zu erfüllen. Das funktioniert nur, weil Lager, Ölpumpe, Kühlung, Ölkanäle und Freigabeanforderungen darauf abgestimmt sind.

Nicht rückwärts denken: Wenn ein neuer Motor mit 0W-20 betrieben wird, folgt daraus nicht, dass ein älterer Motor mit 5W-30 durch 0W-20 automatisch sparsamer oder besser geschützt wäre.

Kann ich von 5W-30 auf 0W-20 wechseln?

Nur wenn der Fahrzeughersteller 0W-20 für deinen konkreten Motor ausdrücklich zulässt. Dass beide Öle von derselben Marke stammen oder eine ähnliche ACEA-Klasse tragen, reicht nicht aus. Umgekehrt sollte ein Motor mit 0W-20-Vorgabe nicht ohne Freigabe auf 5W-30 „verdickt“ werden.

Bei mehreren zulässigen Viskositäten kann der Hersteller Bedingungen oder unterschiedliche Freigaben nennen. Entscheidend ist die aktuelle Betriebsstoffvorgabe für Motorcode und Modell.

Die Herstellerfreigabe bleibt wichtiger als die SAE-Zahl

Zwei 0W-20-Produkte können völlig verschiedene Herstellerfreigaben besitzen. Dasselbe gilt für 5W-30. Prüfe deshalb immer die konkrete Norm auf dem Gebinde. Beispiele sind VW-Normen, BMW Longlife, Mercedes-Benz-Blätter oder herstellerspezifische Freigaben anderer Marken.

Für Grundlagen zu Freigaben und Viskosität siehe den Motoröl-Ratgeber. Wenn du 5W-30 mit einer heißviskoseren Klasse vergleichen möchtest, findest du dazu den separaten Beitrag 5W-30 vs. 5W-40.

Häufige Fragen

Ist 0W-20 besser als 5W-30?

Nein, nicht allgemein. 0W-20 ist für Motoren richtig, die dafür konstruiert und freigegeben sind. 5W-30 ist für andere Motoren die korrekte Wahl. „Besser“ bedeutet hier: passend zur Herstellervorgabe.

Kann 0W-20 mehr Ölverbrauch verursachen?

Bei einem Motor, der für 0W-20 ausgelegt ist, lässt sich das nicht pauschal behaupten. Wird eine nicht freigegebene dünnere Viskosität in einem anderen Motor verwendet, können sich Betriebsverhalten und Verbrauch ändern. Deshalb keine Experimente außerhalb der Freigabe.

Ist 0W-20 nur für den Winter?

Nein. Das W beschreibt die Winterklasse, aber 0W-20 ist ein Mehrbereichsöl und wird bei entsprechender Motorfreigabe ganzjährig eingesetzt.

Verbindlich ist immer die Betriebsstoffvorgabe des Fahrzeugherstellers für den konkreten Motor.